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Gesamtschultag 2007

„Eine Schule für alle – eine Herausforderung für alle“  so lautete das Motto des Gesamtschultages 2007, der am 17.03.2007 in der Aula der IGMH stattfand. Ca. 80 Vertreter (Eltern, Kollegen, Schüler) der Baden-Württembergischen Gesamtschulen IGMH, IGH (Heidelberg) und der Staudinger Gesamtschule Freiburg hatten sich eingefunden, um ihre Erfahrungen auszutauschen.
Der Leiter des AK Gesamtschule Helmut Jung stellte bei seiner Begrüßung das Zitat des Pisa Koordinators der OECD Prof. Dr. Schleicher ins Zentrum: „Das gegliederte Schulsystem ist gescheitert. Es führt dazu, dass schwache Schüler abgeschoben statt gefördert werden. Gleichzeitig ist die Spitze aus guten Schülern schmaler als in anderen Ländern.“
Ein eindeutiges Plädoyer für die Gesamtschule!
Lore Seifert, stellvertretende Schulleiterin der IGMH, begrüßte als Hausherrin die Gäste und  erwähnte den gemeinsamen Brief der drei Gesamtschulen Baden-Württembergs an den Kultusminister als ermutigendes Zeichen der Zusammenarbeit.

 

Als Gastredner war der bekannte Schulberater, Kommunikationstrainer, Autor pädagogischer Bestseller Dr. Reinhold Miller geladen.
Er stellte seinen Interaktionsvortrag unter das Thema „Lehrerinnen und Lehrer im Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit.“

 

In humorvoller, souveräner, oft verschmitzter Art stellte er mit Bezug auf seine eigene Biographie als Schüler und Lehrer seine Sicht von Lehrer und Schule der landläufigen traditionellen Sicht gegenüber. Mit Rollenspielen bezog er immer wieder Kollegen mit ein um seine Aussagen zu veranschaulichen. Insgesamt waren seine Thesen für jeden Kollegen entlastend und befreiend. Seine Kernthesen könnten so zusammengefasst werden:

Lernen geht nur in Beziehung und aus dieser entsteht Erziehung.
Erziehung differenziert sich in die Schwerpunkte Pflege und Fürsorge, Schutz, Förderung, Orientierungshilfe, Ermöglichung von Rechten und Pflichten, Grenzziehungen. Unabdingbare Voraussetzung für eine gelingende Erziehung ist die Beziehung des Erwachsenen zum Kind.
Der Lehrer braucht dazu drei Kompetenzen: Selbstkompetenz (Achtsamkeit für sich selbst), Beziehungskompetenz (Achtsamkeit für andere), Sachkompetenz (Beherrschung der Sache).
Im Gegensatz zu früher, als wir in einer geschlossenen Welt lebten, begegnet der Lehrer heute einer großen Heterogenität in intellektueller, sozialer, emotionaler und kultureller Hinsicht. Diese findet sich sowohl in der Klasse, als auch im einzelnen Schüler.
Diese Heterogenität, die dem Lehrer das Leben oft schwer macht, ist als Chance zu betrachten, nicht als Hindernis. Sie muss akzeptiert werden als Basis für individuelle Förderung.
An dieser Stelle forderte Miller eindeutig die Einstellung von Hilfspersonal als Voraussetzung der Förderung von Vielfalt. Der Lehrer soll sich nicht verantwortlich und schuldig fühlen, wenn Schüler Misserfolge haben:„Ich bin gut als Lehrer, wenn ich den Schüler fördere, nicht erst wenn er Erfolg hat.“
„Ich bin gut im Gespräch, wenn ich Anliegen der Eltern verstehen konnte, nicht erst, wenn ich die Probleme der Eltern gelöst habe.“ 
Um den Spagat zwischen Lehrplanvorgaben und Schülerinteressen deutlich zu machen, führte er ein Beispiel aus dem wirklichen Leben an. Die Lehrerin fragt: „Wie viele Beine hat die Heuschrecke?“ Der Schüler, belastet mit Problemen, mit sich selbst, seiner Familie, seinem Umfeld antwortet entsprechend: „Ihre Sorgen möchte ich haben.“


Auch zum Noten- und Leistungsdruck nahm Miller dezidiert Stellung:„Im musischen Bereich steht er der Benotung in Form der Notenskala kritisch gegenüber. Am Thema des Deutschunterrichts:„Mein schönster Traum“ zeigte er sehr anschaulich die Fragwürdigkeit einer Benotung. Ein Schüler schreibt in unsystematischer sprachlich und inhaltlich wirrer Form seinen Traum nieder. „So war eben sein Traum! Wer will ihn bewerten?“ 

 

Der Nachmittag war der Vorstellung der Gastschule gewidmet. In fünf Blöcken wurde das besondere Profil der IGMH vorgestellt:

  1. Die drei Säulen
  2. G 9
  3. Profil Arbeitslehre
  4. Integration 5.-7. Klasse
  5. Das Ganztageskonzept

 

Diese Vorstellung mündete in einen allgemeinen Erfahrungsaustausch unter Experten mit integrierten Systemen. Schließlich verfügen alle drei Gesaamtschulen über mehr als 30 Jahre Praxis. In einer Resolution forderten die Teilnehmer des Gesamtschultages eine offene Diskussion in bildungspolitischen Gruppen und Parteien über Probleme im Bildungssystem. Die Teilnehmer forderten entschieden ein möglichst langes gemeinsames Lernen der Schüler.

Für auswärtige Gäste bot Stefan Ackermann zum Abschluss eine Führung durch die Stadt Mannheim an mit den Stationen Jesuitenkirche – Schillerplatz – Schloss, die von den Teilnehmern dankbar und interessiert angenommen wurde.

 


 



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    Zeit: ab 18:00 Uhr

    Ort: Aula

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