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Streitschlichtung / Schoolscouts

Besuch auf dem Polizeirevier Neckarstadt am 15.2.2011

 

Die Streitschlichter der der Jahrgangsstufe 7
besuchten das für die IGMH zuständige Polizeirevier und stellten Herrn Ebert, dem zuständigen Polizisten, viele Fragen:

 

1. Gibt es viel polizeibekannte Gewalt an der IGMH?
Wie sieht diese Gewalt aus?
An der IGMH geht man respektvoll miteinander um, die Lehrer bemühen sich, die Schulleitung ist konsequent. Es gibt eine klare Linie. An der IGMH geht es vergleichsweise ruhig zu.
Cyber – Mobbingfälle gibt es immer wieder.


2. Welche Gewalttaten machen Jugendliche hier in der Gegend?
Häufigste Straftat: Schwarz Fahren Dann Diebstahl
Mädchengewalt nimmt stark zu, häufig unter Alkoholeinfluss, z. B. auf der Messe. Mädchen sind dann oft brutaler als Jungs. Warum Mädchen- Gewalt zunimmt, weiß auch die Polizei noch nicht.
Bei unserem Besuch wurde gerade ein Jugendlicher verhört. Das Opfer, das von ihm immer wieder geschlagen wurde, hatte endlich den Mut, Anzeige zu erstatten.

3. Haben jugendliche Gewalttäter einen besonderen familiären Hintergrund?
Da kann man keine eindeutigen Aussagen machen. Jedenfalls der Satz: „Ausländer sind krimineller als
Deutsche“ lässt sich nicht halten.
Wenn der Vater in der Familie fehlt, merkt man dies häufig.


4. Kann man etwas zur Nationalität sagen?
Natürlich haben Jugendliche anderer Kulturen andere Wertvorstellungen und so kommt es häufig zu
Gewalttaten (Beleidigungen, Ehrverletzungen,…)


5. Gibt es Drogendelikte an den Schulen, der IGMH
Drogenvorfälle sind an der IGMH zur Zeit nicht bekannt.


6. Wie sollen wir uns bei beobachteten Vorfällen (Gewalt) verhalten?
Auch als Schoolscouts in den Pausen auf dem Schulhof, haben Sie Tipps?
Beobachten, Zeugenbeschreibung, Fluchtrichtung, kein Held spielen.
Beschreibung der Kleidung: Wichtig ist Hose und Schuhe, den Jacke und Mütze wirft ein Täter weg.
Evtl. gezielt Leute ansprechen und um Mithilfe bitten: „ Können Sie bitte helfen“, nicht einfach um Hilfe rufen, da fühlt sich niemand angesprochen.
Die drei „H“´s beachten: Hinsehen, Hinhören, Handeln


7. Wann muss ein Vorfall der Polizei gemeldet werden.
Bei Sexualdelikten
Bei Drogen
Bedrohung mit einer Waffe
Wenn viele gegen wenige oder auf einen los gehen


8. Was sind die Folgen für den betreffenden Jugendlichen?
Unter 14 : Ein Erz. Berechtigter muss bei der Vernehmung auf dem Präsidium dabei sein. Es wird ein Protokoll angefertigt, das gegebenenfalls bei weiteren Straftaten, vor allem dann, wenn der betreffende über 14 ist, mit bei der Strafbemessung herangezogen wird.
Über 14: Der Richter kann Sozial Stunden verordnen ( immer samstags, außerhalb der Schulzeit Es gab gerade ein Fall, da musste ein Jugendlicher 250 Stunden ableisten),
Jugendarrest (in Adelsheim für Jungs, in Schwäbisch Gmünd für Mädchen), unter 4 Wochen geht es zum Arrest nach Rastatt
Bei einer Verurteilung von mindestens 3 Monaten auf Bewährung oder Geldstrafen von mindestens
100 Tagessätzen gibt es einen Eintrag ins Führungszeugnis.


9. Muss man Angst vor Verfolgung haben, wenn man etwas der Polizei gemeldet hat?
Bis jetzt ist der Polizei in dieser Hinsicht kein Fall bekannt. Die Ängste sind oft größer.
Die Polizei ermutigt, Straftaten zur Anzeige zu bringen. Duldet man eine Straftat, so wird der Täter bestärkt, weiter zu machen.
Cyber – Mobbing ist eine Straftat: Viele Mobben dabei mit, damit sie selbst nicht gemobbt werden: Beschlagnahmt die Polizei einen Computer,
so ist er Wochen weg, bis alles durchsucht ist.
Nicht der Täter entscheidet, ob Cyber – Mobbing vorliegt, sondern das Opfer.

10. Wenn es Straftaten in der eigenen Familie gibt, was sollen wir tun?
Straftaten in der Familie: Die Kinder sind oft die Leidtragenden. Wenn Herr Ebert in eine Familie kommt, schaut er in den Kühlschrank, um zu sehen, ob für die Kinder etwas zu essen da ist. Auch die Kleidung der Kinder (nicht gewechselte Windeln) betrachtet er sich. Wenn nötig wird das Jugendamt verständigt, das innerhalb 24 Stunden kommen muss.
Wichtig ist, dass die Eltern Gewaltfreiheit vorleben.


11. Wie werden bis jetzt noch von manchen ausgelacht, wenn wir mit dem T-Shirt
„Schoolscouts“ herumlaufen. Geht es den Polizisten in Uniform auch so?
Natürlich werden auch Polizisten in Uniform ab und zu beschimpft.
Aber man muss sich in Uniform zeigen, damit man angesprochen werden kann, um Hilfe zu bitten. So ist es auch, wenn man das T-Shirt „Schoolscout“ trägt. Wenn man dann ausgelacht wird, ist das manchmal Neid. Man muss sich klar machen, dass man für eine gute Sache unterwegs ist, dann macht einem das weniger aus.

12. Ist es gefährlich Polizist zu sein?
Manchmal ist ein Einsatz gefährlich. Im Polizeirevier Neckarstadt ist mehr los, als z. B. in Feudenheim.


13. Haben Polizisten auch manchmal
Angst?
Manchmal hat man auch als Polizist Angst.


14. Wie sieht die Ausbildung zum
Polizisten aus?
Für Abiturienten wird kein Durchschnitt verlangt.
Für Realschüler 3,2. Im vergangenen Jahr gab es 6000 Bewerber, davon wurden 800 genommen.
Das Mindestalter ist 16 für die Bewerbung. Für die Ausbildung muss man 17 sein.

Zum Ende unserer Gesprächsrunde wurde die durch das Polizeirevier geführt, sahen eine Zelle von innen, die vor allem zur Ausnüchterung genutzt wird. Dann stinkst es fürchterlich, so Herr Ebert. Einige Schüler durften fühlen, wie es ist, mit Handschellen „ geschlossen“ zu sein.

Manfred Rompel, Leiter der Streitschlichtungs AG 



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