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Weihnachtsgottesdienst 2006

Der traditionelle Weihnachtsgottesdienst am letzten Schultag des Jahres stellt einen Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Gesamtschulzentrums dar. Eingeladen sind alle Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen – alle diejenigen auch, die der christlichen Religion nicht angehören, aber es nicht versäumen wollen, mit ihren Klassen, Lerngruppen, Freundinnen und Freunden das wohl schönste Fest der Christen mitzufeiern. Wie groß die Zahl der Feiernden dann letztlich sein würde, ist vorher nie so genau zu sagen – aber auch dieses Mal waren es wieder gut 500 Gäste, die der Einladung der „Werkstatt Weihnachtsgottesdienst“ unter Leitung von Schulpfarrer Arno Schmitt gefolgt waren.

 

 

Die Absage der drei benachbarten Gemeinden, den Gottesdienst in ihrer Kirche zu feiern, machte es der Veranstaltergruppe nicht einfach, einen adäquaten Ersatz zu finden. Und die geräumte Aula des Gesamtschulzentrums konnte da nur eine allererste Idee sein – denn nicht nur darum ja konnte es gehen, eine Feierndenzahl von einigen hundert Menschen zu fassen, sondern darum, einem freien Raum mit Stufen und Stühlen einen Vormittag lang in einen Ort gottesdienstlichen Handelns und Erlebens zu verwandeln, der einem half, das Laute und Ungeduldige und Umtriebige für einige Zeit abzulegen und darauf aus zu sein, das Besondere zu erfahren. Noch am Tag davor waren bis in den späten Nachmittag hinein Mitarbeitergrüppchen dabei, Tannenzweige zu schneiden, Adventsoasen zu erstellen, den Weihnachtsaltar zu richten, den Meditationsweg zu gehen, die Texte zu üben, die große Kulissenwand zu präparieren und Emil Noldes 1912 gemalte „Heilige Nacht“ zu reproduzieren und als großformatiges Bühnenbild zu präsentieren.

 

„Heut schließt er wieder auf die Tür…“ – so die Überschrift über dem Feiern, das sich in drei eng miteinander verbundenen Teilen vollzog. Eingeleitet mit der Ansage des nie für möglich gehaltenen Wunders, dass sich der ganz große Gott in ein ganz kleines Kind verwandelt und an einem Ort zur Welt kommt, an den nun wirklich keiner gedacht hatte und von allen gemieden wurde, und hingeführt zur Ruhe, die notwendig sei, dieses Wunder zu begreifen, begaben sich die Feiernden mit dem alten Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ mitten hinein in das stille geschehen. Aber ganz so still war das dann gar nicht – denn was die Propheten lange vor der Geburt des Kindes schon alles haben kommen sehen, das war von Schülerinnen und Schülern der Klassen 6 und 7 mit Texten, Bildern und Deutungen dem vierfachen Advent zuzuordnen: der Zeit der Erwartung und inneren Bereitung. Und dann der Hymnus und der ruhige, helle Klang der Soloklarinette. Und daran anschließend die Bildergeschichte von den beiden jungen Leuten, die in ihr Leben hinausgingen und Herberge suchten und sie dort, wo sie sie suchten, nicht fanden, aber sie fanden gerade dort, wo sie sie nicht erwarteten. Das Wunder der Heiligen Nacht, so das Bühnenbild des Künstlers übergroß im Hintergrund – es ist die ganz große Kraft, die alles verändern kann, aber anfängt als ganz kleiner, allererster Schritt. Und auf den gefasst zu sein und den zu gehen und sich hier nicht alleine zu lassen – darauf, so die Botschaft des kindgeborenen Gottes, kommt es an. Herrlich die Singstimmen und Rhythmen der Kinderensembles in diesem Teil des Gottesdienstes – mit Beifall nicht schon hier zu kommen, kostete Überwindung. Aber als dann noch die Töne der Instrumentalgruppe verklungen, das Friedensgebet gesprochen und das Segenslied des Lehrerensembles gesungen waren und alle Gekommenen noch eine himmlische SMS geschenkt bekommen hatten, gab es für das in die Hände klatschen kein Halten mehr. Alle, die mitgeholfen hatten, diesen Gottesdienst zu verwirklichen, nahmen ihn als herzliches „Dankeschön“ entgegen und auch als Ermunterung, im Bemühen um immer neue Formen gottesdienstlichen Feierns (auch wenn es nicht einfach und im Alltag der Schule wenig Zeit vorhanden ist) nicht nachzulassen.



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